WEB reicht Projekt über 8 Windkraftanlagen mit jeweils 260 Meter Höhe an unserer Gemeindegrenze ein

Bis gestern wurde öffentlich immer wieder betont, dass es kein konkretes Windkraftprojekt in unserem Grenzwald gäbe – weder von der Stadtgemeinde Traismauer noch vom Land Niederösterreich. Auch wir als Bürgerliste wir7 in Sitzenberg-Reidling hatten bis zu diesem Zeitpunkt keine Kenntnis von einem eingereichten Projekt. Dass jedoch sowohl das Land, als auch der Bürgermeister der Nachbargemeinde Traismauer und die WEB schon lange an einem Projekt „bastelten“, wussten wir schon lange.

Seit gestern wissen wir:
Die WEB Windenergie AG hat ein konkretes Projekt im Gemeinderat der Stadt Traismauer vorgestellt. Geplant sind acht Windkraftanlagen mit je einer Gesamthöhe von rund 260 Metern. 

Seltsam, dass Anfang 2025 in genau jener Gegend der Eignungszone MO05 ein Biologe angetroffen wurde, der offen erklärte, an einem Gutachten für eine UVP zu arbeiten. Auftraggeber dafür waren laut seiner Aussage das Land Niederösterreich und die WEB.

Hinzu kommt die klare Beschlusslage in unserer Gemeinde:
In Sitzenberg-Reidling gibt es drei gültige Gemeinderatsbeschlüsse, die sich ausdrücklich gegen die Eignungszone MO05 aussprechen. Diese Beschlüsse sind aufrecht und politisch wie demokratisch eindeutig.

Ergänzend ist ein weiterer, wesentlicher Punkt festzuhalten:
Im Zuge der Planung und Errichtung des BVAEB Gesundheitszentrum wurde uns, der Bevölkerung in Sitzenberg-Reidling ausdrücklich zugesichert, dass mit dem Bau dieses Gesundheitszentrums kein Windpark in der angrenzenden Eignungszone realisiert werde. Diese Zusage war ein zentraler Bestandteil der damaligen Gespräche und trug maßgeblich dazu bei, dass es von Seite der Bevölkerung keinen Widerstand gegen das Gesundheitszentrum gab.

Mit der nun erfolgten Einreichung eines konkreten Windkraftprojekts durch die WEB Windenergie AG im Gemeinderat von Traismauer ist dieses Versprechen eindeutig gebrochen worden.

Für wir7 ist das nicht nur eine Frage der Energiepolitik, sondern eine Frage der politischen Glaubwürdigkeit. Zusagen gegenüber Gemeinden und Bürgerinnen und Bürgern dürfen nicht im Nachhinein relativiert oder stillschweigend aufgehoben werden. Vertrauen entsteht durch Verlässlichkeit – und genau diese wurde in diesem Punkt schwer beschädigt.

Trotzdem wurde die bereits gestrichene Zone MO05 vom Bürgermeister von Traismauer im Alleingang wieder ins Spiel gebracht und beim Land reklamiert – ohne entsprechenden Auftrag, ohne neuen Beschluss und gegen den klar dokumentierten Willen der betroffenen Gemeinden.

Transparenz, Ehrlichkeit und der Respekt vor gültigen Gemeinderatsbeschlüssen und dem Bürgerwillen sind keine Formalitäten, sondern die Grundlage demokratischer Politik. Genau daran wird sich auch der weitere Umgang mit diesem nun offiziell vorliegenden Projekt messen lassen müssen.